Durchfallquoten beim Fernabitur

Christian, abgelegt unter SchulabschlussFernabitur am  

Zum Thema Durchfallquoten beim Fernabitur bzw. Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gibt es nur wenig verlässliche Informationen im Netz zu finden. Das liegt zu einem Teil daran, dass die Fernabi-Fernschulen ungern Informationen zu den Durchfallquoten herausgeben, verständlicherweise, sie wollen ja keine potenziellen Kunden verschrecken. Für alle, die sich näher für dieses Thema interessieren, im Folgenden einige Informationen.

Abbrecherquote FernabiIm Internet lassen sich unterschiedliche Zahlen zur Durchfallquote für das Fernabitur recherchieren. Wie es aussieht, liegt die Durchfallquote für diejenigen, die die Probeklausuren bestanden haben, bei etwa 10 % - erstaunlich niedrig! Dennoch gibt es viele negative Berichte, die sich entsprechend zu den Quoten der Fernschulen ILS, SGD, HAF und FEB äußern.

Durchfallquoten niedrig, Abbrecherquoten hoch

Die negativen Berichte kommen wohl daher, dass nicht ausreichend zwischen Durchfallquote und Abbrecherquote unterschieden wird. Die Abbrecherquote für das Fernabitur dürfte wohl tatsächlich ziemlich hoch sein, ich schätze, dass sie bei 80 bis 90 % liegt. Woran liegt das? Für einen vorzeitigen Abbruch des Abiturs auf dem zweiten Bildungsweg kann es ganz verschiedene Gründe geben, die in keinem Fall bei den Fernschulen zu suchen sind, sondern bei den Schülern selbst ...
  • Naivität: Viele angehende Fernschüler informieren sich einfach nicht ausreichend darüber, was auf sie zukommt, wenn sie sich für ein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg entscheiden. Im Klartext heißt das: 2 bis 3 oder sogar 4 Jahre Abitur sind kein Zuckerschlecken. Das Abitur wird nicht verschenkt! Wer sich nicht bewusst darüber ist, dass das Abi wohl kaum auf 1 Jahr verkürzt werden kann, sollte gar nicht erst damit beginnen.
  • Mangelnde Information: Bevor das Fernabitur begonnen wird, sollte man sich ausführlich über alle Fernschulen informieren. Anhaltspunkte können die Studienmaterialien und die Studienführer der Fernschulen sein (siehe unter Welche Fernschule soll ich wählen). Viele Informationen und auch Interviews zum Fernabitur finden sich auch hier im Bildungsblog auf fernschule.me: Fernabitur, alle Artikel im Blog.
  • Zu wenig Motivation: Wer sich auf das Abitur über eine Fernschule vorbereitet, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er über einen Zeitraum von mehreren Jahren hohe Lernmotivation aufbringen muss. So, wie er normalerweise an ein Gymnasium gegangen ist, sollte er Tag für Tag und Woche für Woche mit den Lernmaterialien der Fernschulen verbringen, Übungsaufgaben lösen und auch immer ein bisschen mehr machen, als es die Fernschule vorschlägt. Motivation ist einer der wichtigsten Punkte, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.
  • Zu wenig Zeit: Natürlich ist es möglich, das Fernabitur in einem Jahr zu absolvieren. Aber das werden die wenigsten schaffen. Die wenigsten werden auch nur 5 Stunden die Woche zum Lernen aufbringen müssen. Die Regel ist eher, dass 20 Stunden die Woche und mehr aufgebracht werden müssen, vor Prüfungen vielleicht sogar doppelt soviel. Man sollte sich immer vor Augen halten, was für einen vollen Stundenplan normale Gymnasiasten haben, daran kann man sich orientieren. Das Fernabitur neben einem Beruf zu absolvieren, ist auch möglich, aber wirklich hart, das sollte sehr gut durchdacht und geplant sein.
  • Mangelnde Organisation: Wer sich Lernzeiten nicht fest einplant, sich selbst einen Stundenplan erstellt, sich einen festen Lernort einrichtet, wird es verdammt schwer haben, bis zu den Abiturprüfungen zu gelangen. Organisation ist neben Motivation das A und O für ein bestandes Abitur auf dem zweiten Bildungsweg.
  • Falsche Lerntechniken: Die Fernschulen bieten zwar die Studienmaterialien, überprüfen die Einsendeaufgaben und organisieren Probeklausuren, aber letztendlich lernt jeder Fernschüler autodidaktisch. Zu Beginn des Fernunterrichts sollte man also erst einmal gründlich lernen zu lernen: mit Karteikarten, Vokabelprogrammen, zusätzlichen Übungsbüchern, Audiorekordern und vielem mehr.

Letztendlich sind die Abbrecherquoten an Fernschulen geringer als die von Fernschülern, die sich komplett ohne „Support“ auf das Abitur vorbereiten. Wer die o.g. Dinge beherzigt, sollte zu denjenigen gehören, die das Fernabitur mit Bravour und Leichtigkeit meistern.

Mehr Informationen

Welche Fernschule für das Fernabi soll ich wählen?

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Kommentare (2)

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Das kann ich mir gut vorstellen.
Es liegt aber oft auch an der falschen Beratung. Mir wurde Fachhochschulreife Wirtschaft nahe gelegt, womit ich nichts anfangen kann/konnte. Habe zwar mein Zertifikat aber Prüfung - nein, ich denke nicht, dass ich diese packe. Das allgemeine Abitur wäre für mich, alleine wegen der Fächer, die mir mehr liegen, besser gewesen. Naja.
kali , 13.Oktober2009

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Aber jetzt, wo Du schon so weit bist, Du willst doch nicht etwa einen Rückzieher machen?

Zieh das durch und lass Dich von den Fächern nicht ins Bockshorn jagen! Wenn Du studieren möchtest, wirst Du bald darüber lächeln, wie einfach es doch letztendlich war.

Gib Bescheid, wenn Du durchgekommen bist :)

Warum ist die Fachhochschulreife Wirtschaft nichts für Dich und warum hast Du nicht schon bei der Beratung gewusst, dass das nichts für Dich ist?
Christian Wolf , 13.Oktober2009


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