Fernabi ILS: Interview mit einem Fernabiturienten
Beitrag am 19.08.2009 veröffentlicht von Christian, abgelegt unter Schulabschluss, Interview, Fernabitur. Zuletzt geändert am 20.08.2009.
Ein Fernabitur dauert in der Regel 2 bis 3 Jahre, in denen intensiv gelernt werden muss. Sich für das Fernabi oder das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu entscheiden, bedeutet, über die ganze Zeit eine hohe Lernmotivation aufzubringen. Auch der Kontakt zu Mitschülern ist wichtig, denn oftmals sind es die anderen, die einen motivieren, durchzuhalten und den Fernunterricht durchzuziehen. Um ein bisschen mehr Einblick darin zu geben, wie ein Fernabi abläuft, habe ich ein Interview mit einem Fernabiturienten des Instituts für Lernsysteme (ILS) geführt.Stell Dich bitte kurz unseren Lesern vor, wie heißt Du, wie alt bist Du, was arbeitest Du?
Meine Name ist Mario, ich bin 31 Jahre alt und Polizeibeamter.
Ich habe als „normaler“ Polizist meine Ausbildung gemacht und habe dann 2001 damit begonnen, im Fernstudium Informatik (ZFH Koblenz) zu studieren.
Leider immer ohne Abitur oder FH-Reife, in dem von mir belegten Studiengang ohne die Möglichkeit, ein Diplom zu erreichen.
Der zweite Bildungsweg bietet viele Möglichkeiten, zur Allgemeinen Hochschulreife zu gelangen. Warum hast Du Dich für ein Fernabitur entschieden?
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben mich gelehrt, dass es auf dem Weg zum Studienabschluss keine Abkürzung gibt.
Man kann zwar viele Ausnahmeregelungen bekommen, aber diese sind sehr oft mit viel mehr Anstrengungen und Aufwand verbunden.
Sicherlich kann man auch Informatik ohne Abitur studieren. Allerdings muss das mathematische Grundverständnis und das naturwissenschaftliche Basiswissen vorhanden sein. Ist dieses Wissen nicht da – dann wird es sehr schwer und kostet sehr viel Zeit, die Lücken wieder aufzufüllen.
Aus diesem Grund habe ich mich zunächst für das Fernabitur entschieden, denn ähnlich wie bei meinem Hobby, Triathlon, muss die Basis vorhanden sein, sonst ist alles andere vergebens.
Warum nicht an der Abendschule?
Ich bin ca. 60 Std. wöchentlich beruflich unterwegs, meine Frau und zwei Kinder wollen dann auch noch etwas von ihrem Papa haben.
Abendschule wird bei uns in Wohnortnähe nicht angeboten.
Die Aufwand, Kosten, Nutzen Relation für die Abendschule stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis.
Außerdem kann ich mir beim Fernabitur meine Zeit so einteilen, wie ich das möchte. Die Wartezeiten und Fahrtzeiten im Zug werden dann schnell mal zu Lernzeiten, und so bin ich flexibel und definitiv besser dran mit dem Fernabitur.
Könntest Du Dir vorstellen, Dich auf die Prüfung völlig alleine vorzubereiten, nur mit Lehrbüchern?
Sofern die Lehrbücher methodisch und didaktisch so aufgebaut wären, dass sie mit zahlreichen Wiederholungen und Lernzielkontrollen den Lernfortschritt überprüfen, vielleicht. Sonst würde mir die Bestätigung des Lernfortschritts fehlen – die kleinen Teilerfolge, die einem zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Ich denke aber, jeder der Willens ist, sich auf eine Prüfung vorzubereiten, hat seine eigene Technik, die ihn zum Erfolg führen wird.
Du hast Dich dafür entschieden, das Fernabi am Institut für Lernsysteme zu absolvieren, einer Fernschule aus Hamburg. Warum gerade das ILS?
Ich habe mir mehrere Fernschulen angeschaut, alle gehörten zu Klett Gruppe.
Die Kursunterlagen waren sehr oft ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Beim Fernabitur mit der ILS war der Preis ausschlaggebend.
Bei ILS habe ich als Beamter und mehrfacher Absolvent von ILS-Kursen einen deutlichen Rabatt bekommen, den mir andere Fernschulen nicht gegeben haben. Folglich war das erste Kriterium der Preis.
Der zweite wichtig Punkt war die Tatsache, dass ich bei der ILS zweimal im Jahr meine Prüfung ablegen kann und ILS nach eigenen Angaben sehr eng mit den Schulbehörden in Hamburg zusammenarbeitet. Die anderen Anbieter bieten allesamt „nur“ das Hessische Zentralabitur an – und das auch nur einmal pro Jahr.
Ein weiterer Punkt für ILS war die Tatsache, dass man selbst bei einer schlechten Abiturprüfung noch die Fachhochschulreife bekommen kann.
Es gibt ja mehrere Varianten des Einstiegs, den Einstieg mit Hauptschulabschluss und den Einstieg mit Realschulabschluss. Welchen Einstieg hast Du gewählt?
Ich habe den Einstieg mit Realschulabschluss gewählt. Ich bin damals von der Schule abgegangen, mit der Versetzung in Klasse 11 – spricht der mittleren Reife. Allerdings ist das schon länger als 5 Jahre zurück.
Die Defizite damals waren allerdings enorm und ich bin froh, dass die Kursunterlagen so aufgebaut sind, dass zunächst einmal die Grundlagen wiederholt werden.
Für die Externenprüfung müssen 2 Leistungsfächer gewählt werden und 6 Grundfächer. Was sind Deine Leistungsfächer und Grundfächer?
Bei den Leistungsfächern habe ich mir sehr schwer getan. Die Wahl zwischen „würde ich gerne machen“ und „müsste ich eigentlich auch machen“ waren enorm. Für den Bereich Informatik müsste ich mich für den naturwissenschaftlichen Bereich entscheiden.
Ich habe mich dann für die 2 Leistungsfächer für Mathematik und Englisch entschieden.
Da ich bereits beim Bundessprachenamt einen 3-monatigen Französisch-Kurs belegt habe, werde ich ebenfalls Französisch als Grundfach wählen. Allerdings erst, wenn es so weit ist. Bisher habe ich nicht die Qual der Wahl und habe mich erstmal für Abitur Einstieg 2 mit Englisch/ Französisch entschieden und dem Ziel, die oben genannten Leistungskurse zu belegen.
Ich hoffe das klappt alles so wie ich mir das vorstelle. Aber wer immer fleißig das Blog liest, der wird mitbekommen, wenn sich etwas ändert.
Am Ende des vierten Studienvierteljahres werden wir ganz sicher mehr wissen.
Wie beurteilst Du die Qualität der Studienmaterialien des Instituts für Lernsysteme?
Bis jetzt bin ich voll und ganz zufrieden mit den Unterlagen. Die Aufgaben am Ende der Kapitel zeigen schnell, ob man den Stoff verstanden hat oder nicht. Auch wo man nochmal nachlegen muss, ist schnell klar, wenn es bei den Wiederholungsaufgaben einmal holprig wird.
Ein Fernabi dauert in der Regel 2 bis 3 Jahre. Wie lange machst Du das jetzt schon?
Ich bin jetzt beim 3. Anlauf für das Abi. Die ersten beiden Male waren weniger vom Erfolg gekrönt, da ich mich immer wieder vom „Studieren ohne Abitur“ habe ablenken lassen.
Den 3. Start habe ich im April 2009 begonnen, ich bin also „ganz“ frisch dabei.
Da wir allerdings auch im April die Geburt unseres Sohnes feiern durften, waren die Nächte bis heute kurz und der Lernaufwand gering. Jetzt habe ich noch etwas nachzuholen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich das Abitur schaffen werde.
Was motiviert Dich, das Fernabi bis zum Schluss durchzuhalten?
Die Motivation ist die Tatsache, dass ich einen vernünftigen universitären Studienabschluss haben will oder besser gesagt habe muss, um beruflich in den kommenden Jahren in den gehobenen/höheren Polizeidienst zu kommen. Der Faktor Zeit ist hierbei eher zweitrangig, wichtig ist das Endergebnis – das muss stimmen. Mir stehen noch knapp 30 Dienstjahre bevor. 30 Jahre in denen ich nicht befördert werden kann und auch sonst keine Perspektive innerhalb meines Jobs habe. Ich habe bereits 5 Semester Informatik Studium hinter mir und kann (hoffentlich) diese Leistungen anrechnen lassen. Dann wäre ich in knapp 2 Jahren mit meinem Studium fertig.
Was machst Du, wenn Du das Abi in der Tasche hast?
Ich werde mich danach dann zum Fernstudium anmelden. Entweder in Richtung Wirtschaftsinformtik oder Wirtschaftsrecht. Zunächst erstmal den Bachelor, und wenn das Teilziel erreicht ist, den Master. Natürlich wieder an einer Fernhochschule.
Vielen Dank für das ausführliche Interview!
Mehr Infos:
- Website des ILS mit Infos zum Fernabi und kostenlosen Downloads
- Fernabi ILS, Einstieg mit Realschulabschluss, Kurs im Verzeichnis auf fernschule.me
- Institut für Lernsysteme, Fernschulprofil auf fernschule.me
- Marios Fernabi-Blog mit Erfahrungen zum Fernabi
- Fernabi-Blog von Mario auf fernuni.me, dem Schwesterportal von fernschule.me

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